22.06.2015

Binäruhr mit dem MSP430

Binär-Uhren sind total cool

eigentlich wollte ich schon immer eine bauen. Nun ist es soweit :-)
Binary clock on breadboard

Rechts das Breadboard mit den LEDs: die fünf grünen LEDs oben zeigen die Stunden (die LED ganz links leuchtet),  die sechs gelben LEDs unten die Minuten (drei LEDs leuchten).

Links sieht man das TI Launchpad.

Die Uhr zeigt gerade 16:41 Uhr an:

Stunden: 2^4 = 16
Minuten: 2^5 + 2^3 + 2^0 = 32 + 8 + 1 = 41



Material

Benötigt wird
  • TI Launchpad MSP-EXP430G2
  • MSP430G2452 oder MSP430g2252 (auf neueren Launchpads dabei)
  • 11 LEDs
  • 11 Widerstände
  • Lötzinn
  • Breadboard

TI Launchpad MSP-EXP430G2

Das Launchpad von Texas Instruments ist ein preisgünstiges Board, das mit zwei Microcontroller-Chips aus der MSP430-Familie geliefert wird. Es besitzt einen USB-Anschluß, über den die Chips programmiert werden können. Erhältlich ist es bei den einschlägigen Versandhändlern (z.B. Watterott, Reichelt, Conrad).

Es wird zwar ein Uhrenquarz mitgeliefert, aber er ist noch nicht eingelötet - das muß man selbst nachholen. Da der Quarz sehr klein ist, braucht man dazu eine ruhige Hand, aber es ist machbar. Eine Anleitung dazu gibt es unter http://43oh.com/2010/08/wiring-the-32khz-crystal-to-the-launchpad/

Damit ist der schwierigste Teil schon erledigt. Nächster Schritt ist es, einige Pins des Launchppads über Widerstände (220 Ohm) mit den LEDs zu verbinden. Das geht am schnellsten mit einem Breadboard und dazu passenden Kabeln.

Verdrahtung

LEDs für Minuten


LED-Bit MSP430-Pin
0 P1_5
1 P2_0
2 P1_3
3 P1_2
4 P1_1
5 P1_0

LEDs für Stunden


LED-Bit MSP430-Pin
0 P2_3
1 P2_4
2 P2_5
3 P2_6
4 P2_7

Aussehen

Aussehen tut das ganz bei mir so:

Anschließend muß noch die Software auf den MSP430G2452 aufgespielt werden. Das geht mit der Energia IDE, einer auf den MSP430 angepassten Arduino-IDE. (hier schonmal beschrieben: http://www.µc.net/2015/02/energia-arduino-in-rot-fur-den-msp430.html)

Die Uhr kann dann mit dem Taster "S2" auf dem Launchpad gestellt werden, die Uhr zählt dann schnell hoch. Rechtzeitig stoppen, sonst muss man noch ne extra Runde drehen..

Code

Den Code habe ich auf GitHub abgelegt, er ist hier zu finden.

Es gibt noch einige Verbesserungspotential, z.B. beim Stellen der Uhr - das dauert nachmittags recht lange. Es werden auch ziemlich viele Pins benötigt, weil die Anzeige nicht gemultiplexed ist.

Links



30.03.2015

ESP8266 mit Arduino-IDE direkt programmieren!

Das ESP8266-WiFi-Modul ist nun direkt mit einer angepassten Arduino-IDE programmierbar!

Das Modul ist damit nochmal leichter zugänglich geworden und kann Arduinos in vielen Anwendungsfällen ersetzen. Durch die geringe Größe und den extrem niedrigen Preis sind die ESP8266-Module für Internet-of-things (IoT)-Anwendungen ideal geeignet.

Insbesondere der neue Arduino Yun, der ein eigenes WiFi-Modul (mit embedded Linux) besitzt, aber auch etwa 65€ kostet, hat dadurch Konkurrenz für einfache Anwendungsfälle bekommen.

Ein ESP8266-Modul gibt es ab etwa 4€ zu kaufen! Es hat - im Vergleich zum Arduino Yun - sehr wenig GPIOs, aber oft werden auch nur wenige GPIOs gebraucht. Auch die Software-Unterstützung ist noch nicht vollständig, aber das wird sicher noch kommen.


Die angepasste Arduino-IDE  kann von GitHub heruntergeladen werden


In der angepassten IDE (Version 1.6.1) ist nun ein "Generic ESP8266 board" wählbar



und als “Programmer” kann man  "esptool" auswählen.








Die Programmierung erfolgt über einen USB/seriell-Adapter





Links

07.03.2015

LED-Morse-thermometer mit MSP430G2231

Die Energia-IDE (ein Arduino-IDE-Derivat mit MSP430-Target, hier besprochen) enthält einige Beispiele - unter anderem ein Thermometer, das die gemessenen Werte seriell ausgibt. Ich habe das Beispiel so modifiziert, daß die Temperatur stattdessen über LEDs gemorst wird. Benötigt wird dazu ein TI-Launchpad, ich hatte da noch eines rumliegen. Beim Launchpad dabei ist auch ein MSP430G2231, der auf dem Chip ein Thermometer hat und 2kB Flash besitzt.

Nach Einrichten der IDE kann man den Code direkt in den Controller laden und starten. Rotes Morsen bedeutet eine positive Temperatur, grün heisst, dass die gemorste Zahl eine Temperatur unter null Grad ist.

Ich habe dann den Chip aus dem Launchpad genommen, LEDs & Reset-Schaltung freihändig verdrahtet und zwei Babyzellen drangelötet. Die enthalten etwa 8000mAh und sollten für ca ein Jahr Energie liefern. Die Schaltung kam in ein altes Marmeladenglas und liegt momentan draussen im Schnee und morst da die Temperatur vor sich hin. Sehr praktich :-)

27.02.2015

Energia: Arduino in rot für den MSP430 und ARM

Was ist Energia?

Wer gerne mit der Arduino-IDE arbeitet, aber mal den MSP430-Controller von TI benutzen möchte, für den ist die Energia-IDE ideal.

Das Energia-Projekt nimmt die originale  Arduino-IDE und hat die Libraries auf den MSP430 portiert. Außerdem wurde die IDE eingefärbt :-) Ergebnis ist, daß die meisten Arduino-Sketches fast direkt benutzt werden können! Auch das übrige Handling ist identisch zur Arduino-IDE - man muß sich also nicht umgewöhnen. Es gibt natürlich einige Hardware-Unterschiede zwischen den Prozessor-Familien, aber die-Arduino-IDE/Libraries abstrahiert die Hardware so gut, daß das beherrschbar ist.

Das Energia-Projekt wurde von einem TI-Mitarbeiter gestartet. Er arbeitet jetzt Vollzeit daran.

Boards

TI bietet extrem preisgünstige Boards (TI-Launchpad) an. Sie haben alle eine USB-Schnittstelle und können direkt angesprochen werden -es muß auch kein Bootloader installiert werden. Fertige Projekte können die Boards nutzen, oder man kann die MSP430-Chip aus dem Board nehmen und in der Ziel-Schaltung einsetzen.

MSP430

MSP430-Prozessoren arbeiten mit 16 Bit haben etwas mehr Dampf als AVRs. Außerdem sind sie recht preisgünstig und einige bieten Features, die es bei AVRs nicht so gibt, z.B. nichtflüchtiges FRAM.

ARM-Cortex

Neben dem MSP430 werden auch diverse Arm-Cortex-Boards mit bis zu 120MHz Takt und 1MB Flash/256kB RAM unterstützt.

WiFi / IoT mit CC3200

We WiFi braucht kann ein CC3200 nehmen - auch das läuft mit Energia.

Installation


Installation unter Ubuntu 12.04 war bei mir sehr einfach: tar.gz auspacken, und starten. Vorher musste noch eine udev-Regel angepasst werden, damit die IDE Zugriff auf USB hat, das geht so:

die Datei
/etc/udev/rules.d/46-TI_launchpad.rules
anlegen und folgende Zeile dort eintragen:
ATTRS{idVendor}=="0451", ATTRS{idProduct}=="f432", MODE="0660", GROUP="plugdev"
anschliessend
sudo restart udev

USB einstecken, fertig. Nun kann die IDE benutzt werden.

Insgesamt ein sehr interessanter Ansatz, die etwas sperrigen Entwicklungstools durch was leichteres zum Einstieg zu ersetzen. Auf der Energia-Website gibt es jede Menge professionell aufbereiteter Infos, Tutorials, etc.

02.02.2015

Unglaublich: Windows 10 auf Raspberry Pi 2 angekündigt!

Microsoft wird richtig cool :-) Es geschehen noch Zeichen und Wunder..

Sie haben Windows 10 für den neuen Raspberry Pi 2 angekündigt. Und das ganze gibt es kostenlos für Entwickler. Offenbar will Microsoft sich ein Stück vom "Internet-Of-Things"-Kuchen abschneiden, der ja von den Stückzahlen extrem interessant ist. Mal sehen, ob das hinhaut.

01.02.2015

Raspberry Pi 2: sechs mal so schnell wie der Alte

Die Raspberry Pi Foundation hat die Verfügbarkeit des neuen Raspberry Pi 2 angekündigt. Er soll etwa sechs mal so schnell sein, wie das Vorgänermodell und hat nun doppelt so viel Speicher (1GB statt 512MB). Darin arbeiten jetzt vier Kerne (statt bisher zwei) mit 900 MHz Taktfrequenz (statt 700 MHz). Sehr cool!
  • http://www.raspberrypi.org/raspberry-pi-2-on-sale/

14.11.2014

Raspberry Pi, Model A+ ist da

Die Raspberry Pi Foundation hat das Model A+ vorgestellt. Unterschiede zu alten Model A sind.
  • microSD Karte mit besserem Sockel
  • Audio/Video Anschluss kombinirt
  • Schaltregler (weniger Stromverbrauch)
  • nur 65 x 56mm groß
Er hat aber auch die selben Einschränkungen wie das Model A:
  • nur 256MB RAM (statt 512 des Model B)
  • 1 USB-Snschluss (statt 2 (Model B) bzw 4 (Model B+)
  • kein Ethernet
Model A+ ist ideal für Anwendungen, die ohne Ethernet auskommen und nur einen USB-Anschluß brauchen. Software kann auf dem größeren Model B+ entwickelt und getestet werden, wenn man diese Einschränkungen berücksichtigt.

Der Preis leigt bei knapp über 20 €, er ist z.B. bei Watterott erhältlich




14.07.2014

Neuer Raspberry Pi, Model B+

Ein neues Modell des Raspberry Pi scheint fertig zu sein. Bei einzelnen Händlern ist es schon bestellbar! RS-Online listet ihn mit einem Preis von 29,50€ (ohne MWst).

Unterschiede zum alten Raspberry Pi, Model B
  • Vier (statt zwei) USB-Ports
  • Keine extra Analog-Video-Buchse
  • Platinenlayout nicht so zerklüftet
  • Mehr I/O-Pins
  • Bisherige Gehäuse und Shields passen nicht mehr

Was ist gleich geblieben?
  • CPU & Taktfrequenz
  • Speicher 512MB
Ein Schritt in die richtige Richtung (finde ich). Mehr Speicher und eine schnellere CPU ständen einem neuen RasPi sehr zu gute..

Update: inzwischen gibt es auch eine offizielle Ankündigung von der Raspberry Pi Foundation.

Links

21.06.2014

Verkehrsflugzeuge Live-Tracking per ADS-B mit dem Raspberry Pi

Am Himmel sieht man eigentlich immer Kondensstreifen. Es wäre doch nett zu wissen, was für ein Flugzeug da jeweisl dahintersteckt.

Mit einem Raspberry Pi und einem billigen DVB-T-Dongle und ein bischen Software ist das kein Problem.

dump1090 - Ausgabe als Karte


Zutaten

  • Raspberry Pi
  • DVB-T-Dongle
  • RTL_SDR-Software zum Ansprechen des DVB-T-Dongles
  • dump1090 - Software zum Auswerten / Anzeigen der ADS-B-Information

Zeitaufwand

ca 2-3h

Kosten

Ca 20 € für das DVB-T-Dongle + vorhandener Raspberry Pi

ADS-B zur Positionsbestimmung

Die meisten Verkehrsflugzeuge haben einen Automatic dependent surveillance-broadcast (ADS-B)-Transponder an Bord, der die aktuelle Position, Geschwindigkeit, Höhe und ID des Flugzeugs in einem standardisierten Datenformat auf 1090 MHz ausstrahlt. Wenn man diese Information empfängt und dekodiert, kann man Position, Kurs und Flugnummer live auf einer Karte anzeigen.

DVB-T-Dongle

Spezialisierte Empfänger-Hardware ist teuer. Man kann aber auch Billig-Hardware, die eigentlich für einen anderen Zweck gedacht war, verwenden.

Möglich wird dies durch die Entdeckung, daß preisgünstige (ab 10€!) DVB-T-USB-Dongles als Software Defined Radio (SDR) betrieben werden können. Voraussetzung ist der  Realtek RTL2832U-Chip, der in vielen  Dongles verwendet wird.  Dabei geht der Empfangsbereich von etwa 25 MHz bis hinauf zu 1,7 GHz!

Dazu braucht man noch Software: RTL-SDR zum Ansprechen des Dongles und darauf aufsetzend dump1090 zum Auswerten und Anzeigen der Flugzeugpositionen - beides ist als Open source-Software frei verfügbar.

Nicht jeder Dongle ist geeignet, ich habe mir einen über Amazon.com in Amerika bestellt. Vorteil hier war, daß der Anbieter die Funktion mit RTL-SDR-Software garantiert. Kostenpunkt war knapp 20€ (mit Versand). Der Dongle zieht einiges an Strom, deshalb ist ein etwas stärkeres Netzteil wichtig (bei mir funktioniert ein 1A-Steckernetzteil). Evtl. muß man den Dongle über einen Powered USB-Hub betreiben.

Low-Level-Software: RTL-SDR

Die Software zum Ansprechen von DVB-Dongles heißt RTL-SDR. Neben der librtlsdr-Library enthält sie auch noch einige Kommandozeilenprogramme für Basisfunktionen. Sehr viele Programme, unter anderem dump1090, benutzt librtlsdr als API zum Dongle. RTL-SDR muß zunächst auf dem Raspberry Pi übersetzt werden.

Vorbereitung

Auf dem Raspberry Pi ist Raspbian (Debian wheezy) installiert. Als Benutzer pi werden die zum Bau benötigten Packages installiert: auf der Kommandozeile:

sudo apt-get install git cmake libusb-1.0-0-dev build-essential

Bauen der RTL-SDR-Software

Anschließend kann die RTL-SDR-Library gebaut werden:

cd
git clone git://git.osmocom.org/rtl-sdr.git
cd rtl-sdr/
mkdir build
cd build/
cmake ../ -DINSTALL_UDEV_RULES=ON
sudo make install
sudo ldconfig
cd ~
sudo  cp ./rtl-sdr/rtl-sdr.rules /etc/udev/rules.d/
sudo reboot


dump1090 - Software für ADS-B

Zum Dekodieren und Anzeigen der ADS-B-Information hat Salvatore Sanfilippo das Programm dump1090 geschrieben. Diese Software hat u.a. einen eingebauten Webserver, mit der die Daten live in einer Karte angezeigt werden könnnen (siehe oben)!

Bauen der Software ist sehr einfach. Ich verwende die verbesserte Version von Malcolm Robb:

git  clone  git://github.com/MalcolmRobb/dump1090.git
cd dump1090/
make


Anschließend kann man das Programm starten, es hat einige Kommandozeilen-Optionen. Mit

nohup ./dump1090 --net&

läuft es im Hintergrund und startet auf Port 8080 einen Webserver. Geht man mit einem Browser drauf sieht man eine Karte mit (hoffentlich) vielen eingeblendeten Flugzeugen (siehe oben)! Die Karte wird in Echtzeit upgedated - zusätzlich werden weitere Informationen über die Flugzeuge angezeigt, der Kurs wird mitgeloggt, etc.

Antenne

Mit der mitgelieferten Antenne zum DVB-T-Stick sehe ich Flugzeuge bis etwa 40 km Entfernung. Eine einfache selbsgebaute Antennen für 1090 MHz kommt da wesentlich weiter, ein einfache Möglichkeit siehe http://antirez.com/news/46. Im README zu dump1090 sind dazu noch weitere Links. 

Links

21.02.2014

iBeacon mit dem Raspberry Pi (Apples Bluetooth-Low-Energy indoor-Navigation)

Apple hat mit IOS 7 die iBeacon-Technologie eingeführt. Die zugehörige Empfänger-Hardware ist auf dem iPhone (ab iPhone 4s) und iPad (ab 3. Generation + iPad mini) vefügbar.

Ältere Geräte haben kein Bluetooth Low Energy und funktionieren nicht mit iBeacons! Das Gegenstück - die iBeacon selbst - kann man entweder fertig kaufen, oder mit einem Raspberry Pi selbst bauen.

Schnellstart : iBeacon mit dem Raspberry Pi

  1. auf dem Raspberry Pi: Image installieren: 2014-01-07-wheezy-raspbian 
  2. BLE-Dongle in RasPi stecken
  3. bluetooth-Software installieren (als root):

apt-get install libusb-dev libdbus-1-dev libglib2.0-dev libudev-dev libical-dev libreadline-dev
wget www.kernel.org/pub/linux/bluetooth/bluez-5.14.tar.xz
unxz bluez-5.27.tar.xz
tar xvf bluez-5.27.tar
cd bluez-5.27/
LDFLAGS=-lrt ./configure --prefix=/usr --sysconfdir=/etc --localstatedir=/var --enable-library -disable-systemdmake
make install

4. Beacon starten
hciconfig hci0 up
hciconfig hci0 leadv 3 
hcitool -i hci0 cmd 0x08 0x0008 1E 02 01 1A 1A FF 4C 00 02 15 91 2E 23 A0 97 1E 11 E3 A5 E2 08 00 20 0C 9A 66 00 00 00 00 C5 00

5. iBeacon-App auf iPhone installieren (iBeacon locate (Radius Networks) oder AirLocate (Apple))

6. App für UUID 912E23A0-971E-11E3-A5E2-0800200C9A66 konfigurieren
7. fertig



Details/Erläuterung

Was ist eine iBeacon?

Eine iBeacon ist zunächst einmal ein Sender, der der per Bluetooth Low Energy (BLE) eine UUID und ein bischen Zusatzinformation sendet. Kommunikation geht also nur von der iBeacon in Richtung mobiles Endgerät, in die andere Richtung wird nichts übertragen. Auf Bluetooth-Ebene sind das Bluetooth-Low-Energy-Advertisement-Packets, die  im Sekundenrhytmus ausgestrahlt werden.

App wird in der Nähe einer iBeacon aktiv

Das Mobilgerät empfängt nun diese Advertisement-Pakete. Ist eine UUID dabei, die in einer installierten App zugeordnet ist, wird diese App angezeigt und sogar gestartet, falls sie gerade nicht aktiv ist.  Die App weiß nun, daß jetzt eine zugeordnete iBeacon in der Nähe ist und kann entsprechende Aktionen ausführen. Sind mehrere iBeacons im Empfangsbereich, kann durch Triangulation sogar der Standort genauer bestimmt werden. Reichweite eines iBeacons sind nominal etwa 50m, in Gebäuden deutlich weniger, je nach Situation.

Use cases

Use-cases können z.B. Läden sein, die einen Kunden auf ein Sonderangebot hinweisen, oder Museen, die Zusatzinformationen zu bestimmten Kunstwerken liefern, Lenken von Besuchern in Stadien, etc. Wichtig ist, daß dem Mobilgerät nur der Standort bekannt gemacht wird, eine App muß darauf entsprechend reagieren und die eigentliche Information an den Benutzer liefern.

Die iBeacon-Technologie wird oft als Apples Antwort auf NFC gesehen - das trifft aber nicht den Kern der Sache, NFC hat nur eine Reichweite von wenigen cm, eine iBeacon reicht wesentlich weiter.

iBeacon-Hardware

Verschiedene Hersteller bieten fertige iBeacons an, oder haben die Lieferung angekündigt. Das sind meist Knopfzellen-betriebene Geräte, die z.B. an ein Regal geklebt werden können.

Raspberry Pi als iBeacon

Mit einem Raspberry Pi und einem Bluetooth-Low-Energy (BLE) -Dongle geht das auch und man kann damit viel leichter (per Software) die UUID und andere Parameter ändern. Nachteil ist natürlich der höhere Energieverbrauch.

Im Internet gibt es dazu Anleitungen, es sind allerdings einige Stolperfallen zu überwinden (wenn man Pech hat)

http://learn.adafruit.com/pibeacon-ibeacon-with-a-raspberry-pi/overview
http://developer.radiusnetworks.com/ibeacon/virtual.html

Hardware: Bluetooth Low-Energy-Dongle.

Ein normales USB-Dongle funktioniert nicht! Das Dongle muß Bluetooth Low Energy (BLE) unterstützen - wenn "Bluetooth V4.0", "Bluetooth smart" oder "Bluetooth smart ready"  auf der Packung steht, ist das meist der Fall.

Ich habe mit zwei verschiedenen Dongles Erfolg gehabt.

1. LogiLink USB Bluetooth V4.0 Dongle.
Die USB-ID dieses Dongle ist 0a12:0001. Gekauft bei Pollin.de - es kommt in so einer Packung:

2. Plugable USB-BT4LE Bluetooth 4.0 USB Adapter for Windows and Linux PCs
http://plugable.com/products/usb-bt4l.
USB-ID ist 0a5c:21e8. Gekauft habe ich dieses Dongle bei Amazon.de

Software:

Als OS-Image für den Raspberry Pi (Model B) verwende ich 2014-01-07-wheezy-raspbian.zip. Zusätzlich müssen einige Software-Packages installiert und dann die aktuelle BlueZ-Software (Bluetooth-Stack) gebaut werden. Dazu loggt man sich als root auf dem RasPi ein und führt folgendes aus (make dauert etwa 30 Minuten):

apt-get install libusb-dev libdbus-1-dev libglib2.0-dev libudev-dev libical-dev libreadline-dev
wget www.kernel.org/pub/linux/bluetooth/bluez-5.14.tar.xz
unxz bluez-5.14.tar.xz
tar xvf bluez-5.14.tar
cd bluez-5.14/
./configure --disable-systemd
make
make install

Anschließend braucht man eine UUID (die man sich z.B. bei http://www.famkruithof.net/uuid/uuidgen generieren kann oder man erfindet selbst eine) als Identifikation des iBeacon.

Zusätzlich wird eine MAJOR-Nummer (16 Bit, Gruppe von iBeacons) und eine MINOR-Nummer (16 Bit, individuelle iBeacon) mitgesendet. Als letzter Wert kommt noch die RSSI (Received Signal Strength Indicator) hinzu, das ist ein Wert für die Sendeleistung. Aus der RSSI und der tatsächlich empfangenen Signalstärke kann der Empfänger die Entfernung zum Sender abschätzen.

Eine App horcht auf eine festgelegte UUID, MINOR und MAJOR sind dabei beliebig. Ein guter Anfangswert für RSSI ist -59, das entspricht 0xC5 (hex).

Hier die von mir verwendeten Werte:

iBeacon prefix: 02 01 06 1A FF 4C 00 02 15 (fix)
UUID: 912E23A0-971E-11E3-A5E2-0800200C9A66
MAJOR: 0000
MINOR: 0000
RSSI:  C5

mit diesem Shell-Script wird die iBeacon gestartet, wichtig war bei mir, daß die Reihenfolge der Befehle  eingehalten wird:

#!/bin/bash
#
# Start interface
hciconfig hci0 up
#
# Set adapter to "Low Energy Advertise"
hciconfig hci0 leadv 3
#
# start advertising with 
# UUID: 912E23A0-971E-11E3-A5E2-0800200C9A66
# MAJOR: 0000
# MINOR: 0000
# RSSI:  C5
#
# next command is *one* line
hcitool -i hci0 cmd 0x08 0x0008 1E 02 01 1A 1A FF 4C 00 02 15 91 2E 23 A0 97 1E 11 E3 A5 E2 08 00 20 0C 9A 66 00 00 00 00 C5 00

App auf dem iPhone

Zum Lokalisieren und Testen von iBeacons habe ich drei iPhone-Apps gefunden, aber nicht alle funktionieren bei mir. Wichtig ist, daß die UUID richtig eingegeben wird. Hier eine Übersicht der Apps die ich getestet habe:
  • iBeacon Locate (Radius Networks) http://www.radiusnetworks.com/ibeacon-services.html
  • AirLocate (Apple): funktioniert, Sourcen verfügbar
  • Beacon Tool: funktioniert bei mir nicht (iPhone 4S, es wird keine iBeacon gefunden)
Am besten gefallen hat mir iBeacon Locate. AirLocate liegt als Beispiel von Apple im Quelltext vor, kann also gut als Ausgangspunkt für eine eigene App dienen.

iBeacon-Technologie für Android

Seit Android 4.3 gibt es auch auf dieser Plattform Bluetooth Low-Energy-Unterstützung. Allerdings habe erst wenig Android-Geräte BLE-Hardware eingebaut. Die Situation ist aber gerade stark im Fluß.

Stolperfallen

  • Es ist Bluetooth Low-Energy-Dongle nötig: o.g. Logilink oder plugable-Dongle funktionieren bei mir
  • Die Reihenfolge der hcitool-Befehle ist kritisch
  • Gerät (iPhone/Android) muß BLE unterstützen
  • Nicht alle Apps funktionieren

App-Entwicklung


Links